Wenn ich in einem Café sitze und Menschen beobachte, frage ich mich oft: Was macht Menschen glücklich? Welche Werte sind ihnen wichtig? Wohin wollen sie gehen und mit wem? Was  entscheidet darüber, ob wir glücklich sind oder nicht? Müssen wir denn immerzu glücklich sein? Müssen wir es vielleicht einfach auch mal nicht? Früher habe ich oft versucht mich zu motivieren, wenn ich einen Tag hatte, an dem ich mich nicht so gut gefühlt habe.

Heute denke ich mir: gut, dann hast Du halt heute nicht die beste Laune und nicht den besten Tag. Was soll‘s? Allerdings scheinen in unserer Gesellschaft alle darauf aus zu sein, sich immer gut zu fühlen. Immer glücklich zu sein. Ich glaube aber, das müssen wir nicht. Manchmal müssen wir uns in Frage stellen, manchmal müssen wir kritisch sein und uns nicht wohl fühlen, weil ich mir sicher bin, nur aus diesen Phasen entstehen neue Impulse.

Die besten Gedichte, Lieder und Filme handeln von Schmerz und Leid. In schlechten Momenten beginnen wir zu hinterfragen und neu zu ordnen. Neu zu sortieren. Vielleicht auch einmal innehalten, zurückblicken und ein Resümee ziehen. Was war gut? Was ist nicht so gut gelaufen? Wo wollen wir eigentlich hin? Ich glaube ein großes Problem unserer Zeit liegt darin, dass wir nie richtig in dem Moment sind. Das wir entweder in einer Zukunft „leben“, die noch nicht da ist, oder die Vergangenheit „betrauern“, die nicht mehr zurückkommt. Doch was passiert, wenn wir ab sofort im hier und jetzt sind? Ganz in der Situation sein, in der wir gerade sind und den Rest außen vor lassen? Wenn wir es schaffen würden uns bewusst zu machen, dass dieser eine Moment nie wieder zurückkommt, dann könnten wir auch sehen, wie kostbar er ist. Dass wir ihn genießen sollten und aufsaugen sollten. Genauso wie er ist. Einzigartig und nie wiederkehrend.

Zu oft habe ich den Moment verstreichen lassen, weil ich dachte ich kann ihn „aufholen“ und wieder aufgreifen. Dinge, von denen ich dachte, ich spreche sie irgendwann einmal aus, aber dann war es oft zu spät, weil das Gefühl, welches ich in diesem einen Moment verspürte, einfach nicht mehr wieder kommen wollte.

Manchmal blicke ich mich um und versuche zu realisieren, welcher Wandel sich gerade in meinem Leben abspielt. Wie unsicher die Zeiten geworden sind. Wie unbeständig. Was darin aber auch für eine Kraft liegt, weil wir nicht mehr 10 Jahre im Voraus planen können.

Ich versuche inzwischen im Hier und Jetzt zu leben. Dieses als kostbar anzunehmen. Jeden Tag mit kleinen Besonderheiten zu „füllen“ und mich an ihnen zu erfreuen. Mein Leben mit Menschen zu teilen, die mir wichtig sind und die mich bereichern.

Ich glaube, das Glück liegt nicht im Besitz und im Erwerb von Dingen. Ich glaube, in der Freiheit liegt das Glück. In der Unabhängigkeit. Wenig Ballast und viel Eigenverantwortung. In guten Gesprächen und mehr Zuhören als reden. (Okay das sage ich 😊)

Im Hier und Jetzt zu sein ist manchmal schwierig und herausfordernd. Weil unser Leben aus so vielen Ablenkungen besteht. Fokussiert auf EINE Sache sein, ist in Zeiten von Multitasking gar nicht mehr erwünscht. Wir schauen einen Film und schreiben währenddessen Nachrichten. Wir telefonieren und beantworten nebenbei Mails. Ich glaube, in der heutigen Zeit, ist es das größte Gut, dem anderen seine uneingeschränkte Zeit zu schenken. Ohne am Handy zu sein. Ganz im Augenblick.

Vielleicht liegt das Glück aber auch im Innehalten. Nicht mehr schneller, höher und weiter. Vielleicht ist gerade das Minimalistische und Weniger das große Glück unserer Zeit. Wir gewöhnen uns so schnell an eine vermeintliche Verbesserung, dass sie uns nach kürzester Zeit wieder als „normal“ erscheint. Wir haben uns daran gewöhnt, im Überfluss zu leben. Wir ergötzen uns an dem Leben anderer, weil wir selbst kein spannendes führen wollen oder können. Und dennoch leben wir vermeintlich immer in einem Defizit, weil jemand anderes ein tolleres und spannenderes Leben führt als wir selbst.

Doch wie sollen wir unter diesen Umständen unser Glück finden? Uns selbst finden? Ich kann mir nicht vorstellen, wie das funktionieren kann…

Vielleicht liegt der Schlüssel in der Stille. Im Alleinsein. Auf die innere Stimme zu hören, die uns sagt, was wir wirklich wollen und wohin wir gehen möchten. Ich weiß die Antwort auch nicht, aber eines vermag ich zu wissen: Wenn wir eine vermeintliche Antwort gefunden haben, ändert das Leben die Frage. Am Ende bin ich mir sicher, bereuen wir die Dinge, die wir NICHT getan haben. Darum seien wir mutig und bei uns. Denn nur so sind wir wirklich bereit das zu finden, was uns schlussendlich glücklich macht.

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Being Mom and Following my Passion

Stolze Mama. Meine Familie und mein Beruf, ist mir das wichtigste. Ohne beides wäre ich wahrscheinlich kein vollwertiger Mensch.
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