Sie begleitet uns ein Leben lang und ist mit rund 1,7 Quadratmetern unser größtes Organ. Sie schützt all unsere anderen Organe: alles, was in uns lebt und gedeiht. Und doch stößt sie so oft auf fehlende oder, noch schlimmer, gar keine Beachtung. Ganz klar, um wen es geht: um unsere Haut.

In kaum einem anderen Bereich kursieren so viele Mythen und falsche Annahmen wie dort, wo es sich um die Haut dreht. In meiner SPA Loungery® habe ich Tag für Tag mit den unterschiedlichsten Formen gestörter Hautstrukturen zu tun und bin oft überrascht, wie wenig eigentlich über die Haut bekannt ist. Eins weiß ich: Sie ist mein absolutes Lieblingsorgan. 😊

Lasst uns die Märchen rund um das Thema Haut endlich loswerden.

Also räumen wir gemeinsam mit den Mythen rund um die Haut auf. Ich zeige euch mit einfachen Tricks und Tipps, wie wir gemeinsam eure Haut in shape bekommen. Eines vorab: Egal, welche Zeitschriften, Magazine, Blogs oder was auch immer ihr lest – seid wachsam bei dem, was Ihr euch da zu Gemüte führt. Vielleicht arbeiten die Menschen, die diese Dinge schreiben, im Beauty-Bereich. Vielleicht auch nicht – vielleicht sind es Schreibprofis. Im Regelfall sind es jedenfalls Menschen, die niemals eine Ausbildung oder dergleichen in der Kosmetikbranche absolviert haben. Und auch wenn sie sich auskennen und viel Fachwissen haben mögen: All das ersetzt niemals die Arbeit am Menschen, die tägliche Praxis an und mit der Haut!

Ganz wichtig ebenfalls: Haltet euch immer wieder vor Augen, dass es DIE EINE richtige Lösung einfach nicht gibt. Nach mehr als 16 Jahren im Beruf ist das für mich eine der unumstößlichen Wahrheiten. War es noch vor Jahren gänzlich umstritten, den Darm als Schlüsselpunkt ins Spiel zu bringen, sind heute selbst Dermatolog*innen offen für diese These. Oder noch besser: Viele stellen sie selbst auf.

Wie bekommen wir wieder ein bewusstes und realistisches Bild von unserer Haut?

Wir alle wünschen uns eine rosige, perfekte, ebenmäßige Haut. Prall und frisch bitteschön, und wenn es geht, soll sie so aussehen wie bei den ganzen Ladys auf Instagram, Pinterest und so weiter.

Doch hier kommen wir schon zum ersten schwerwiegenden Problem: Es gibt quasi keine Frau, die in der Realität so aussieht wie die Damen auf den ganzen Social-Media-Kanälen. Wir haben ein Bild von perfekter Haut eingetrichtert bekommen, die es so einfach gar nicht gibt. Aus meiner Arbeit in der SPA Loungery® weiß ich: Maximal fünf Prozent der Frauen haben makellose, schöne Haut, ohne wirklich etwas dafür tun zu müssen.

Die anderen 95 Prozent können (müssen?) etwas mehr tun als die anderen fünf Prozent. Aber was denn genau? Wieviel ist des Guten zuviel? Was ist zu wenig?

Auch hier noch einmal die harte Realität, der wir uns stellen müssen: Es gibt nicht DIE EINE Antwort, die für alle passt; jeder Körper, jede Haut ist individuell. Und darum sind auch die passenden Antworten so individuell.

Starten wir als Fallbeispiel bei mir selbst: Was hilft mir dabei, eine Haut zu haben, die mich glücklich sein lässt? Früher habe ich bei jedem Zyklus mit Unreinheiten gekämpft, mit kleinen und auch größeren Pusteln. Vor einigen Jahren ging mir ein Licht auf: Was wäre, wenn ich das jetzt einfach so akzeptiere? Wenn die Sache eben nun mal so ist und ich einfach damit lebe?

Heute lasse ich vor allem in dieser Phase die Hände aus dem Gesicht. (Oder sollte ich schreiben: „lasse ich EINFACH die Hände aus dem Gesicht“? Ja. Ich akzeptiere die einzelnen Pusteln und ärgere mich nicht darüber. Genauso schnell, wie sie aufgetreten sind, verschwinden sie meistens auch wieder. Es sei denn, ich tappe in die Falle, werde doch schwach und beginne, mein Gesicht mit den Händen zu massakrieren.

Echt jetzt? Soll das aller sein?

Nein, ganz so einfach ist es nicht. Aber es ist ein Teil der Wahrheit: Das Östrogen in unserem Körper spielt eine größere Rolle, als wir vermutlich wahrhaben wollen. Der Rest der Wahrheit kommt hier: In Form meiner Routine- und Pflegebasics.

  1. Mindestens einmal pro Woche den Kopfkissenbezug wechseln. Wir wären erstaunt, wenn wir sehen könnten, wie viele Bakterien sich in diesem Teil breitmachen können.
  2. Jeden Abend reinigen. JEDEN. Die Haut muss abends nicht nur von Make-up-Rückständen frei gemacht werden, nein, auch die vielen Umwelteinflüsse und freien Radikale machen ihr auch zu schaffen. Ich selbst benutze die BABOR-Reinigung mit Hy-Öl, eine Zwei-Phasen-Reinigung. Und ich gehe niemals schlafen, ohne mein Gesicht gereinigt zu haben.
  3. Bei der Reinigung darauf achten, kaltes Wasser zu benutzen. Das sorgt für gute Durchblutung und frischen Teint.
  4. Ganz wichtig: Vor der Hautreinigung gründlich die Hände waschen – das wird leider oft vergessen.
  5. Einmal pro Woche gibt’s eine Maske. Je nachdem, was ich gerade für ein Defizit verspüre, Iwird ausgewählt: st die Haut trocken, gönne ich mir eine Vliesmaske, will sie eher etwas Ausgleichendes, schwöre ich auf Tonerde-Masken.
  6. Einmal pro Monat gibt’s ein Hydra Fusion Treatment von BABOR – mein absolutes Highlight für die Haut. Schaut mal unter www.spa-loungery.de nach der Hydra Fusion-Behandlung.
  7. Mindestens einmal im Quartal darf’s eine Ampullenkur-Anwendung sein. In den kleinen Zauberflaschen steckt die geballte Kraft an Wirkstoffen: Je, nachdem, welche Wirkstoffkomponenten ich wähle, bekommt die Haut einen Extraimpuls und ein Fresh-up.
  8. Körnige Peelings? Hände weg! Nach meinem Verständnis werden sie viel zu oft eingesetzt und zerstören die natürliche Hautschutzbarriere. Ich finde, dass die Haut das einfach nicht braucht. Die Haut hat einen Regenerationszyklus von etwa 28 Tagen; wenn wir sie ständig mit Peelings traktieren, stören wir diesen Zyklus und (zer-)stören damit auch die natürliche Hautbarriere. Ich selbst verwende ein- bis zweimal jährlich  ein Fruchtsäureprodukt als Kuranwendung – that‘s it!
  9. Der älteste aller Tipps ist nach wie vor: genügend Flüssigkeit. (Und, nein, KEINE Softdrinks. Schlichtweg nur Wasser. Ohne Kohlensäure.) Feuchtigkeit von innen und außen ist ein großer Schlüssel für eine frisch und vital aussehende Haut.
  10. Nutzt die kleinen Momente. Es überfordert euch, jeden Tag den ganzen Körper einzucremen? Gesichtsreinigung, Cremes, Ampullen – uff? Beginnt langsam! Überlegt euch, wie lange ihr gar nichts oder nur sehr wenig für eure Haut getan habt. Integriert dieses EINE Ritual in den Alltag und wartet ab, wie sich eure Haut positiv verändert. Ich habe festgestellt, dass mich starre Regeln überfordern. Inzwischen höre ich auf mein Gefühl. Ganz wichtig bei der Sache: Sie muss euch FREUDE bereiten. Alles, was überfordert und zuviel ist, macht man nicht mit Begeisterung. Ich habe eine Freundin, die mal sagte: „Ich feiere es, mich einzucremen! Danach habe ich gute Laune.“ – Genau darum geht es: Pflege muss Spaß machen. Falls nicht, ist alles zwecklos.

Die Antwort liegt in euch selbst. Der Impuls kommt von außen, die Reaktion von euch

Lernt euch und eure Haut kennen: Wie reagiert sie auf welche Impulse? Ihr selbst lebt jeden Tag mit dem Superorgan und kennt euch und eure Bedürfnisse selbst am besten. In den letzten Jahren haben Hautprobleme immer mehr zugekommen. Ich kenne kaum noch Frauen oder Männer, die keine gestörte Hautbarriere haben. Das liegt zum einen an den oben aufgeführten Gründen, zum anderen am leider oft schlecht geschulten Personal in vielen Drogerien und Parfümerieketten. Letztlich sind alle auf Profit aus, aber haben mit Sicherheit nicht das Beste für unsere Haut im Sinn. Und den letzten Rest gibt uns dann noch der Onlinehandel: „Alle Produkte noch günstiger und wieder um 20 Prozent reduziert!“ – so sparen wir vermeintlich sehr viel und beraten uns doch gerne selbst. Auch ich stelle das in meinem Bereich fest: Online shoppen wir viele vermeintlich günstige Produkte und beraten uns selbst. Ich bin allerdings der Meinung, dass wir die meisten dieser Produkte überhaupt nicht benötigen. Und könnten viel Geld sparen. (Diesem Phänomen begegnen zunehmend auch Ärzt*innen: Dr. Google stellt die Diagnose und der betreuende Arzt, die betreuende Ärztin darf dann nur noch alles absegnen.)

Manchmal frage ich mich: Wie genau kommt die Ärztin oder der Arzt denn eigentlich zur Diagnose? Und die Antwort ist so simpel wie vieles im Leben: Mit Erfahrung und Intuition. Schon klar, da werden sicher gleich Stimmen laut: „Ich habe aber schon oft schlechte Erfahrungen gemacht und falsche Diagnosen erhalten.“ Ja, das kommt vor. Ich bin der festen Überzeugung, dass sich immer mehr Menschen an starre Regeln halten, weil sie glauben, dass es DEN EINEN perfekten Weg gibt. Aber: Nein, den kann es nicht geben. Denn wir alle sind komplexe Individuen – wir alle, jede einzelne Haut, ist ein einzigartiger Solitär.

Beitrag teilen

Being Mom and Following my Passion

Stolze Mama. Meine Familie und mein Beruf, ist mir das wichtigste. Ohne beides wäre ich wahrscheinlich kein vollwertiger Mensch.
Your only
Limit is you!
Unbekannt
Die geheime Zutat ist immer Liebe.
Unbekannt

Kategorien

Schreibe einen Kommentar

Das könnte dich auch interessierren
Working Mom

Einmal Struktur, bitte!

Hallo Struktur, wie finde ich dich? Der Lockdown hat es sichtbar gemacht: das leidige Thema Struktur und wie wir sie in den Alltag übersetzen können.

» Weiterlesen
Working Mom

Mütter NICHT Mütter

Der ewige Streit zwischen Nichtmüttern und Müttern In meinem Freundeskreis gibt es einige wundervolle Frauen, die keine Kinder haben. Ein paar von ihnen haben eine

» Weiterlesen