An welcher Stelle ist Deutschland falsch abgebogen?

Zwei Jahre bestimmen ein Thema die Medien und schlussendlich unsere ganze Gesellschaft: Corona. Morgens Corona. Mittags Corona. Abends Corona. Eigentlich immer Corona.

Jetzt soll Schluss sein mit allen Regeln. Jedenfalls mit fast allen Regeln. Das europäische Ausland macht es seit Monaten vor, doch Deutschland wagt erst jetzt den Schritt mit, wie soll es auch anders sein, vielen Bedenken und Sorgen.

Was ich beobachte macht mich nachdenklich und schockiert mich zugleich. Vor zwei Jahren war eine Gefahr in der Tat völlig erkennbar und nachvollziehbar. Eine Zeit der Unsicherheit begann. Wer ist betroffen? Wie schwer sind die Verläufe?

Mehr als zwei Jahre später wissen wir so viel mehr und sind um einiges klüger geworden. Doch immer öfter beschleicht mich die Frage: Wann und wie kommen wir da wieder raus? Was genau muss passieren, damit wir begreifen, dass sich das Virus nicht in Luft auflösen wird und es den Tag geben werden muss, an dem wir damit leben und es so akzeptieren wie es ist? Es gibt nun dieses neue Virus, das für viele mittlerweile zum Glück keine große Gefahr mehr darstellt. Allen Gefahren können wir nicht ausweichen. Ja, Schutz ist okay. Aber sehen wir den Fakten ins Auge. Wir wiegen eine Krankheit mit dem Leid anderer auf. Eine Gesellschaft akzeptiert, dass für Kinder und Jugendliche lange Zeit keine „Normalität“ möglich war. Wer nicht das Glück hatte eine Schule zu besuchen, in der Lehrkräfte und Schulleitungen vernünftig und ohne Panik agierten, war der Obrigkeit schutzlos ausgeliefert. Die Liste der Dinge, die mir Kopfschütteln bereitet, ist lang und sie wird von Tag zu Tag länger. Ich kann nicht fassen, dass wir allesamt verlernt haben, die Dinge rational zu sehen. Dass wir uns alle in Angst und Schrecken versetzen lassen und scheinbar kommentarlos alles über uns ergehen lassen.

Wer will sich schon vorwerfen lassen, schuld am Tod anderer zu sein? Ich mit Sicherheit nicht. Ich frage mich jeden Tag, wo diese Unsummen an finanziellen Leistungen herkommen sollen. Wer bezahlt das denn alles? Großzügig versprechen Politiker immer mehr Hilfen. Bezahlen müssen am Ende wir, die Steuerzahler. Das wird sich noch über Generationen hinziehen, vor allem die Generation unserer Kinder wird darunter leiden.

Ich versuche dennoch positiv zu bleiben. Für mein Unternehmen, für meine Familie und schlussendlich für mich selbst. Doch um ehrlich zu sein, frage ich mich immer öfters: Meinen DIE das wirklich ernst? Wann sind wir falsch abgebogen? Und wie lange wollen wir uns noch weiter verlaufen, bis wir erkennen, dass das Leben gewisse Risiken birgt. Jeder meint, die Wahrheit für sich gepachtet zu haben. Die Lager haben sich gespalten. Doch vielleicht liegt irgendwo in der Mitte die Wahrheit. Ich möchte endlich nach vorne blicken.

Nach vorne blicken, auf eine Gesellschaft, die wieder offen diskutiert. Meinungsvielfalt, weniger bürokratische Hürden, Offenheit gegenüber Neuem, glückliche Kindergesichter, gemeinsame Pläne schmieden in einem Land, dass eigentlich so vieles zu bieten hat. Ich wünsche mir ein Land, in dem es kein Einzelfall ist, dass Schulen voll digitalisiert werden. In stillen Momenten denke ich mir, was wäre gewesen, wenn wir das ganze Geld für die Corona-Tests an Schulen genommen hätten, um stattdessen die Schulen zu modernisieren. Jedes Kind mit einem Tablet oder Laptop ausgestattet hätten. Digitale Boards als Standard.

Was wäre gewesen, wenn wir die kompletten Corona-Hilfen in ein Gesundheitssystem gesteckt hätten, in dem Pflegepersonal bessere Arbeitsbedingungen vorfinden und natürlich besser bezahlt werden? Eine Infrastruktur geschaffen worden wäre, die im Notfall schneller agieren kann.

Wir werden es nie erfahren. Da wir uns verrannt haben, in Massentests an Schulen und an Kindern, die kaum von schweren Fällen betroffen sind.

Wenn ich mich umblicke in unserem Freundeskreis, haben wir tatsächlich nur ein befreundetes Paar, das konstant die gleiche Meinung hatte wie wir. Der Rest hat sich entweder zu völligen Panikern oder zu Leuten mit völlig abstrusen Ideen entwickelt. Ich war immer in der Mitte. Ich habe mich nie Maßnahmen unterworfen, in denen ich keinen Sinn sah. Ich habe auch niemals von Menschen, die zu mir gesagt haben, die Regel macht zwar keinen Sinn, aber ich halte mich an die Regel, verunsichern lassen. Ich habe immer versucht auf meine Intuition zu hören. Bei mir zu bleiben. Aber ich gebe zu, manchmal war es wirklich hart.

Wahrscheinlich werden wir in ein paar Jahren erkennen, dass unser Umgang in vielem völlig überzogen war. Vielleicht auch nicht. Ich bin stolz auf alle diejenigen, die einen kühlen Kopf bewahrt haben, die nach pragmatischen Lösungen gesucht haben. Ich weiß in der Zwischenzeit zumindest, auf welche Menschen ich mich verlassen kann. Mit welchen Menschen ich gerne Zeit verbringen möchte. Ich habe mich besser kennen lernen dürfen. Ich weiß, ich bin mir selbst treu geblieben und ich weiß, welche Menschen sich zu noch engeren Freunden entwickelt haben und welche inzwischen eher zu der Rubrik „Bekannte“ zählen.

Und vor allem weiß ich eines: Ich kann meinen Verstand selbst einschalten und lasse mir keine Angst einjagen. Manchmal heißt das eben auch, auf Fernsehen und Medienkonsum zu verzichten. In diesem Sinne, wünsche ich mir eine Zukunft ohne Panik und Schuldzuweisungen. Und ab sofort ohne Corona-Regeln! Ja, ja, schon klar: Die Bedenkenträger finden sofort wieder ermahnende Worte. Dann los damit. Für mich ab sofort wieder ohne Maske. Und ja, ich werde es feiern.

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